Keine Pause

Ich will das nicht, ich will keine Zwangspause- aber man hat mich nicht gefragt. Mein Körper hat mir keine Wahl gelassen. Freitag war die Operation, es war Gewebe an Stellen, wo es nicht hin gehört.... erstmal knallt ein Arzt mir vor 3 Wochen sowas um die Ohren, ich geh da raus, bin wie im Film... ein Teil von mir dachte an das schlimmste, der andere Teil von mir versuchte sachlich und beruhigend dem Durchdrehen entgegen zu wirken. Ich bin nicht durchgedreht, auch nicht verzweifelt oder ausgerastet. Ich lasse mir selber meist eh bei gesundheitlichen Themen, keinen Raum für Spekulationen oder grundloses jammern. Bin ganz schön hart, wenn es um mich geht. Und damit sich niemand ggf. unnötig Sorgen macht, habe ich es nicht erzählt. Nur meiner besten Freundin und einer guten Bekannten. Erstmal steht die Frage im Raum, bzw stehen die (tausend) Fragen im Raum- Warum das jetzt auch noch? darf es nicht einfach mal laufen, ohne eine Katastrophe? Was, wenn es bösartig ist, wie geht es dann weiter. Ich kenne das Prozedere, als ehemals im med. Bereich tätig Gewesene, weiß ich was dann kommt. Aber zum Glück wusste ich auch, das es ebenso sein kann, das es nicht wirklich schlimm ist. Zumindest nach dem Eingriff, ohne Folgen bleiben kann. Die haben jedenfalls am Freitag alles raus geholt, ein paar Tage vorher war aber schon Entwarnung gegeben worden, ich wusste vorher schon, das ich nicht schlimm krank bin, oder ich habe es mir verdammt gut eingeredet. Dennoch musste ich sehr viel mit mir selbst ausmachen, ich war viel allein, hab dennoch gearbeitet und mich dort gut abgelenkt, abends kamen die Gedanken dann manchmal umso lauter.Die Aussicht, auf einem OP Tisch zu liegen war jetzt auch nicht unbedingt schön. Mittlerweile habe ich nur noch eine Sorge, auch wenn es gutartig (ich hasse dieses irreführende Wort) war, was ist, wenn der Arzt beim schnibbeln auch gesundes Gewebe verletzt hat? Kann jetzt nicht festgestellt werden, aber sollte dem so sein, hat sich das Thema, ob ich eines Tages ein Kind bekommen möchte, bzw kann für immer erledigt. Tja, das ist zwar im Moment so weit weg- aber die Wahl hätte ich dennoch gerne......niemand niemand hat mir erzählt, was keiner keiner weiß. Liebes Schicksal, ich finde, es reicht jetzt ok? Lass mich in meiner kleinen Welt jetzt mit negativen Sachen einfach mal in Ruhe. Mehr will ich doch gar nicht. Und eine Pause will ich auch nicht.

20.11.16 20:35, kommentieren

Was ist mit der Straße los?

In der Stadt unten treiben sich höchstens noch kriminelle Jugendbanden um diese Uhrzeit draußen rum, obwohl es denen bestimmt auch zu kalt geworden ist, und außerdem, wenn diese kriminellen Jugendbanden sich draußen rumtreiben, außer ihnen aber sonst niemand, und die auch nichts anstellen, außer draußen sein, muss man die dann immer noch als kriminell bezeichnen, oder sind das dann nicht einfach nur irgendwie Pfadfinder? Ich hab keine Angst, im dunkeln durch die Stadt zu laufen- aber es kommt selten vor, das ich die Gelegenheit dazu habe. Gibt nichts was mich treibt, um die Häuser hier zu ziehen, da ist nichts, wo ich hin wollen würde... Hier in meiner neuen Nachbarschaft etwas außerhalb, ist nachts jedenfalls mehr los, als mitten in der city. Auf der einen Seite, üben Erwachsene Menschen in, ans Mittelalter-Militär angelehnten Uniformen, das Marschieren für den Ernstfall, der am 11.11. beginnt und erst nächstes Jahr Aschermittwoch endet. Was aussieht, wie ein Fußballplatz, ist in Wirklichkeit der Übungsplatz zum hin und her laufen im Takt. Die machen das wirklich, habe es mit eigenen Augen gesehen- dieses Zombie Rudel Verhalten, beunruhigt mich jedes mal. Scheint schwer zu sein, dieses Marschieren, sonst müssten die es ja nicht dermaßen zeit intensiv üben...............dann auf der anderen Seite ist eine etwas größere Werkstatt, dort werden Einrichtungsgegenstände gebaut und verkauft, was genau, weiß ich nicht, meistens kommen große Lieferwagebn mitten in der Nacht, gesprochen wird nur russisch, Beschriftung ist auch nur kyrillisch, habe noch nicht heraus gefunden, was dort abgeht. Auf jeden Fall sind meine lieben russischen Nachbarn lautstark, aber harmlos. Im Sommer haben die Handwerker sich nachts schon mal gerne in meinem Garten getroffen und saßen am Sandkasten, vielleicht auch im Sandkasten, bin nicht sicher. Leider hat mir das öfters mal den Schlaf geraubt, denn mein Schlafzimmerfenster ist direkt am Garten, zum Glück wohne ich im ersten Stock, sonst hätten wir bestimmt direkten Kontakt gehabt, jetzt wo es kalt geworden ist, versammeln sie sich dort nicht mehr. Jetzt sitzen sie in irgendeiner Wohnung hier, ich höre sie immer noch, aber mittlerweile bin ich es gewöhnt, leider verstehe ich nach wie vor kein Wort Russisch. Trotzdem fühle ich mich irgendwie sicher, wenn ich höre, das die da sind. Mag sein, das im Rest der Stadt oft irgendwo eingebrochen wird, täglich lese ich davon, aber hier ist ja immer was los, da traut sich doch keiner. Ich fühle mich wohl hier. Und ich erfreue mich nach wie vor jedes mal daran, meine Haustür aufzuschließen und meine Wohnung zu betreten. Es sind erst ca 10 Wochen, Wahnsinn.... ich bin echt schon angekommen, hier in dieser Welt, hier in meiner Residenz. Angekommen auch in diesem Gefühl, gut allein sein zu können...

9.10.16 01:15, kommentieren

Vielleicht zu viel

Ich hab bis ca 2 Uhr letzte Nacht geübt. Mir reicht das jetzt, was bis jetzt nicht den Weg in mein Gehirn gefunden hat, wird dort auch nicht mehr hängen bleiben. Ich hab echt das größte Problem mit Sachen, die mir unlogisch erscheinen. Es gibt ein paar Themen da muss ich stupide auswendig lernen, alles andere war Wissen, welches mir so zu sagen, in meiner Sammlung noch gefehlt hat, das schon nach dem ersten Kontakt im Kopf geblieben ist. Vieles finde ich richtig spannend, oder teilweise auch sehr nützlich... Steuerrecht, oder die verschiedenen Rechtsformen- dadurch lässt sich das big business wesentlich besser durchschauen. Ganz schlimm ist aber z.B. die DIN 5008- es gibt echt Regeln für jeden Scheiß- Brief mit Infoblock 9 zeiliges Adressfeld. am ende des Schreibens 1 Leerzeile, dann das übliche MFG dann 2 Leerzeilen, dann FIRMA, dann Vollmacht (i. A.) dann Name... und so geht es endlos weiter. Diesen Kram muss ich auswendig lernen, den brauche ich nur für die Prüfung, danach nie wieder. Das ärgert mich. Statt mich mit Buchführung und Rechnungswesen zu beschäftigen, brauche ich für Montag die DIN. Aber es nützt ja nichts... ich versuche es mir irgendwie ins Hirn zu pflanzen, macht aber keinen Spaß. Ich brauche echt Urlaub, ich hatte schon viel zu lange keine Erholung mehr.

1 Kommentar 24.9.16 21:35, kommentieren

Auf dem Teppich bleiben, Montag wird es ernst!!

Ich sitze auf meinem Teppich im Wohnzimmer. Es ist so schnell Herbst geworden, als die Sonne unterging, also hab ich alles an Kerzen ausgepackt, was ich finden konnte und nun habe ich eine herrliche Gemütlichkeit, die ich durch und durch aufsauge und Teil davon werde. Ich bin also gemütlich, obwohl mein Kopf echt schnell unterwegs ist. Montag ist der EDV Teil meiner IHK Prüfung. Endlich!!! Ich warte schon so lange auf den Anfang vom Ende der Ausbildung. Das MS office Universum war eine relativ fremde Welt für mich, am Montag muss ich beweisen, das ich mich dort gut auskenne. Ich sitze jetzt hier auf dem Teppich mit einem Berg von Unterlagen, Büchern und Aufzeichnungen der Themen die dran kommen könnten- also ALLES! Nein, ich hab keine Angst, ich mache mir keine Sorgen, das ich Montag versage. Ich weiß ja was ich kann und ich weiß auch, was ich nicht kann. Z.B. Zinsrechnung mit Hilfe der verschachtelten "WENN-Funktion" in Excel... blöd, das ich leider erst gestern von der Existenz dieser seltenen Spezies erfahren habe... war ich doch sicher, ich hätte einen guten Überblick über das, was die Damen und Herren der Kammer von mir wollen könnten. Jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher. klar, bis Montag hab ich raus, wie ich von Excel bekomme, was ich will, aber das Problem ist, ich frage mich, ob es noch mehr potentielle Prüfungsfragen gibt, von deren Existenz ich nichts weiß. Das quält mich etwas, aber zum Glück, nicht besonders schlimm. Ist auch nicht so, als wäre ich dann aufgeschmissen, aber der Gedanke stört mich. Ich will eigentlich so gut wie möglich vorbereitet sein, denn ich erwarte von mir selber sehr viel. Die meisten aus meiner Klasse haben die Einstellung "Hauptsache bestehen" aber, mir reicht das nicht. Auf keinen Fall wäre ich mit einer Note die Schlechter als 2 ist, zufrieden. Denn, man stelle sich vor, ich bewerbe mich bei einer Firma auf einen Job im Büro, meine Bewerbung ist eine von 30 Stück (sag ich jetzt mal einfach so) niemand im Personalbüro liest sich jede Bewerbung einzeln komplett durch, totaler Quatsch das zu glauben, da hat keiner Zeit für und auch keine Lust- ich weiß aus sicherer Quelle das zuerst immer nach Optik sortiert wird. Also das Foto- ohne das ich nun im Eigenlob ende, aber ich kann auf jeden Fall mit der Optik schon mal punkten- obwohl ich mittlerweile ja meist eine Brille trage- oder vielleicht sogar dadurch noch mehr.... steht mir gut, sieht sehr seriös und irgendwie erwachsen aus. ABER wenn dann einige Bewerbungen übrig sind, worauf wird dann geguckt??? Genau- IHK Zeugnis- und da ja wohl besonders auf die Punkte bei EDV. Ich würde auch niemanden einstellen, der da schlechte Punkte hat... hätte auch keinen Bock, das jemand den Job bekommt, der offensichtlich sein Handwerkszeug nicht beherrscht. Ich sitze nicht seit Monaten vor dem PC und freunde mich mit dem office Zeug an, um am Ende zu bestehen,egal wie... Ich sitze da, ich lerne diesen Kram, damit ich richtig gut bin. Später zählt, wie gut man sich selbst verkaufen kann... mit einem top Abschluss stehen mehr Türen auf, als mit "Hauptsache bestanden" ------ daher mein Ehrgeiz! Ich will nachher nicht da sitzen und denken, scheisse Tiffy, hättest du doch mal gelernt... Es ist nicht so schwer, das ist für meinen Kopf keine Überforderung, es ist Futter und ich bin noch nicht satt. Auf meinem Teppich verteilt liegt die volle Punktzahl für Montag- ich sitze mitten drin und sortiere zwischen "kann ich im Schlaf" und "wird meinen Schlaf kosten in den nächsten 2 Nächten" da liegt zum Glück nicht viel bis jetzt.Und da ich hier schreibe, statt mich mit Excel und word zu beschäftigen, wird es nun zeit, wieder in das andere Universum einzutauchen. Und aus 20six wird Axel (so nenne ich excel, dann lässt sich besser über und mit ihm sprechen) und aus Tagebuch schreiben, wird eine Aufgabe zur Mahnzinsen Berechnung mit anschließendem Verfassen eines Schreiben, dann fehlt nur noch eine graphische Darstellung der offenen Forderungen im Verhältnis zum gesamt Umlaufvermögen... und dann noch eine kurze Stellungnahme zum Thema -wie kann ich den Aufwand inklusive zeit und Kosten für solche Verfahren minimieren?Und das ist eine einfache Variante der Fragestellung, das geht auch anders. Am liebsten würde ich da immer schreiben, das Vitali und Dimitri , meine beiden Inkasso Sachbearbeiter, die zahlungs-unwilligen Kunden immer gerne zu Hause besuchen--- leider, nicht ganz das richtige in den Augen der Kammer, wohl aber lebensnah ;-) So, nun erstmal Schluss hier, ich muss los....Axel wartet!!!!!!

1 Kommentar 23.9.16 23:16, kommentieren

Veränderungen sind Rudeltiere

Mir ist gerade etwas aufgefallen, voller Begeisterung erzähle ich vom Job, Schule und allem anderen was so mit "Arbeit" zu tun hat..... dabei habe ich scheinbar etwas sehr wichtiges unter den Tisch fallen lassen.Obwohl dies die größte aller Veränderungen war, die ich in den letzten Jahren wohl so vorgenommen habe. Bzw, eigentlich ist das schon lange ein Thema, aber manche Sachen dauern halt echt lange... und jetzt endlich ist es gut geworden.!!! Das Projekt: MEINE WOHNUNG!! !!!Es war eine sehr lange Suche, ich habe zwischendurch echt nicht mehr daran geglaubt etwas zu finden, das ansatzweise passend für mich sein könnte... Doch auch hier zeigt sich wieder, das absolut nichts ohne Grund passiert. Ich weiß jetzt, warum ich so schrecklich viele Absagen bekommen habe, es war zeitweise ja wirklich so dringend, das ich mich für jede scheiß Wohnung beworben habe, nur um ausziehen zu können...heute weiß ich- ZUM GLÜCK hat es nicht geklappt! seit Ende Juli habe ich endlich meine eigenen 4 Wände bezogen. Nicht weit weg, von der alten Heimat, aber weit genug weg vom sumpf der Altstadt. Ich habe von dieser Wohnung geträumt bevor ich wusste, das es sie gibt.

312 Kommentare 14.9.16 21:25, kommentieren

Auszeit der blauen Stunden

So spannend der Alltag mit all seinen Neuheiten auch ist, zeitweise ödet es mich an... das kann doch nicht alles sein? Nein, das ist nicht alles...eigentlich wäre dort draußen so viel mehr, doch ich verstecke mich in diesem Alltagstrott, als wäre es alles, was ich brauche...dabei brauche ich eigentlich fast noch mehr die dunkle Seite als Ausgleich- das Land zwischen gestern und heute. Ich vermisse es sehr..ich will nicht nur funktionieren, nicht nur Leistung bringen, nicht nur lernen und arbeiten. Ich will da raus in die Nacht, ich höre sie rufen- manchmal so laut, das es mir den Verstand raubt "wo bist du Tiffy? Wo bleibst du?" Im moment macht mich das Wetter wahnsinnig-die ganze Zeit diese Hitze und die Sonne...ich will das nicht!!! Ich will jetzt endlich meinen wohlverdienten Herbst! Die meisten Menschen finden es so toll, das es nochmal sommerlich geworden ist, juhuuuu.... freuet euch...zieht euch aus, springt in den Rhein-wie die Lemminge ABER lasst mich in Ruhe! Seit jemand auf die Idee gekommen ist, der Menschheit zu verkünden, das Aluminium im DEO böse ist...(dieser Wissenschaftler gehört mal 24 Stunden in einen Bus mit teenagern gesperrt) Stinken die meisten Leute echt ekelhaft. Bald kommt bestimmt der nächste Forscher und erzählt, duschen darf man auch nur noch alle 2 Wochen, weil man sonst stirbt.... wenigstens habe ich dadurch noch mehr Gründe, um mich von den meisten Menschen fern zu halten... das ist olfaktorische Folter... widerlich!!!

1 Kommentar 9.9.16 21:40, kommentieren

Das Lachen der anderen

Zur Erklärung was Hr. S in der Firma mit "Mitarbeiter haben seit Jahren nicht mehr so viel gelacht..." meinte, vielleicht eine kleine Erganzug vorweg- ich hab dort nicht den clown gespielt, oder versucht im Mittelpunkt zu stehen. Er meinte eher den frischen Wind und die positive Ausstrahlung, die ich mitbrachte. Meine Kollegen dort in der Abteilung Q ( Qualität- Sicherung) werden nicht umsonst "Firmen Dinos" genannt. Sogar der riesige ficus benjaminus (Zimmerpflanzenbaum) war verstaubt... ich hatte immer das Gefühl, dort ticken die Uhren anders, fast alle mehr als 20 Jahre dort, damals noch unter anderer Leitung, die Firma war noch ein mittelständiges deutsches Unternehmen, das dann vom -nennen wir es "großes blaues E" aufgekauft und umstrukturiert wurde. Die haben Buchhaltung noch mit richtigen Büchern gelernt...tun sich schwer mit dem global business und dem amerikanischen Konzern Stil...was ich gut verstehen kann. Aber die Zeit bleibt nunmal nicht stehen und ich habe von anfang an versucht, mich einerseits zu integrieren, aber auch meinen Kollegen die neue Welt etwas näher zu bringen...stellt euch vor, Ihr sitzt seit 20 Jahren am selben Schreibtisch, macht seit 20 Jahren eigentlich das gleiche, wobei sich aber sowohl die Technik, als auch die ganze Firma um euch rum verändert hat. Sogar die Sprache hat sich für die meisten dort verändert und mal eben von deutsch auf business English umsteigen, ist ja auch nicht leicht. Jedenfalls hatten einige da ganz sicher vor Jahren schon den Zug verpasst, auf den sie hätten aufspringen können. Vielleicht aus Unfähigkeit, vielleicht aber auch aus Trotz... unkündbar, in Sicherheit, relativ nah an der Rente, da kann man sich das erlauben...leider auf Kosten des innerbetrieblichen Arbeitsklimas. Und dann kam Tiffy, keine Ahnung, wo sie dort gelandet war, keine Ahnung, was die wollten...aber mit einem Gehirn im Gepäck, das Zusammenhänge, Aufgaben und Anforderungen schnell erkennt... aber auch mit genug Ironie und Sarkasmus, um vor den DINOS bestehen zu können. Die dachten anfangs nämlich, sie hätten eine 0815 Praktikantin vor sich, die freiwillig um Versetzung betteln wird, wenn man sie nur lange genug ärgert...tja, leider habe ich denen einen Strich durch diese Rechnung gemacht. Zum Glück, wie mir später von allen Seiten mitgeteilt wurde. Ich kann halt nicht ruhig und still vor mich hin meditieren, ohne zu arbeiten, ohne zu wissen, was ich tun soll...also hab ich sie bedrängt, befragt, genervt und bestimmt auch ab und zu überfordert, aber ich hab gewonnen!! Ich wusste wann ruhe und Konzentration angebracht war, aber auch wann es mal Zeit war, die Stimmung etwas aufzulockern. So habe ich mich nach zwei Wochen z.B. mal in einem sehr ernsten Ton darüber beschwert, das ich immer noch keinen Kaffee kochen durfte und auch das obligatorische Papier nachfüllen, wurde mir nicht gezeigt. Und das als Praktikantin...so ginge es ja nun nicht- Ich habe ein Recht auf Erfüllung von Klischees, das wurde dann über die gesamte Zeit hinweg zum running gag...denn ich durfte nie für einen meiner Kollegen Kaffee kochen, ich musste immer richtige Arbeit machen. Nur der Chef himself, bestellte ab und an eine Tasse kaffee bei mir, weil ich mit Abstand das beste Englisch dort spreche und er kaum deutsch, also war er froh, sich mal eine zeit lang normal unterhalten zu können. Smalltalk, gar nicht so leicht, wenn man immer im Kopf hat, das das Gegenüber eben noch mit siebenstelligen Euro werten um sich geschmissen hat, oder plant, mal wieder einen Teil der Firma, umzusiedeln... Monopoly spielen im real life. Ich erinnere mich auch noch an das " wir müssen mit Ihnen mal ein ernstes Wort reden" Gespräch... bei der Ansage hab ich erstmal Panik bekommen, weil es ja nichts gutes verheißt, in diesem Ton in einen Raum zitiert zu werden...mein Puls war über 180 und mir war kotz schlecht. Ich dachte echt, das war's..auch wenn ich nicht wusste was ich gemacht haben sollte, ich war mir sicher, die wollen mich los werden...Ich also in den Raum, zwei der 5 Kollegen saßen da...betont steif und mit strengem Blick- "So geht es nicht weiter- ist Dir klar, was du angerichtet hast?" Ich: "Nein, in keinster Weise, ich weiß nicht, was schief gelaufen ist, aber es tut mir leid, ich bin ja hier um zu lernen, sorry...was ist denn los?" In meinem Kopf ging es drunter und drüber, denn ich überlegte die ganze Zeit, was ich wohl angestellt hatte... Fehler mit SAP waren mir oft passiert, aber alles konnten die kollegen noch retten. Also ratterte mein Kopfkino...die haben mich auch extra lange zappeln lassen...bis Herr W. den Mund aufmachte "Frau Tiffany, so geht es nicht weiter, ich gucke mir das seit einer Weile an, aber jetzt muss ich mal was sagen---" der andere Kollege im Raum konnte sich da schon nicht mehr das Lachen verkneifen..."bitte tun sie mir, bzw uns allen einen Gefallen, arbeiten sie nicht so schnell. Erledigen sie ihre Aufgaben nicht so schnell, wir geben ihnen ja immer gerne was zu tun, aber sie fangen an, die Dinge so schnell zu erledigen, Aufträge so zeitnah auszuführen, das wir uns Sorgen machen müssen. Denn, sie sind in ein paar wochen erstmal wieder weg, die Statistik aber (Aufzeichnungen über die Produktivität der einzelnen Abteilungen-Amerikanisches Prinzip) haben sie bis dahin derart angehoben, das wir die Zahlen, welche dann von uns natürlich weiterhin erwartet werden, ohne sie kaum erreichen werden. Also bitte, nicht falsch verstehen, aber bitte lassen sie sich etwas mehr Zeit..."Ich musste erstmal, nachdem ich erleichtert ausgeatmet hatte, anfangen zu lachen...wie fies, mich da so zu veräppeln..."Tiffy, du musst das verstehen, für uns ist das auch neu, wir hatten noch nie eine Praktikantin wie dich, in den ganzen Jahren kam niemand hier an und arbeitete so wie du! Auch wenn wir am Anfang alle etwas kitisch und ob deiner Andersartigkeit skeptisch waren. Ich meine, wirklich still kannst du nicht länger als ne Stunde sitzen, du redest manchmal mit dir selber und machst komische Geräusche, aber du arbeitest, als wärst du quasi mit uns hier aufgewachsen, ohne den Respekt und die professionelle Distanz zu verlieren. Es sei denn, jemand fordert dich auf, diese abzulegen. Mr. David z.b. wollte sich schon beim chef über dich beschweren, weil er sich angeblich wegen dir nicht mehr konzentrieren könne, bis du eines Tages mit Kuchen angekommen bist und über die Trennwand hinweg gerufen hast, ob er dort hinter der Mauer nicht vielleicht mal echten Kuchen kosten will...2 dazu muss man wissen, das Mr. David aus dem dunkelsten Osten stammt, und als IT Speziallist für sehr viele Sachen verantwortlich war, immer nur im Stress und anfangs immer schlecht gelaunt... aber, Tiffy wäre nicht Tiffy, wenn sie nicht versucht hätte, mal hinter diesen komischen typ zu steigen, mal zu gucken, wer das ist. Und ich weiß, keiner hätte sich erlaubt solche derben Ossi Sprüche zu bringen, aber ich hab es drauf ankommen lassen. Die Aktion mit dem "echten Kuchen und dem echten Kaffee" hat jedenfalls das Eis gebrochen-hätte aber schwer nach hinten los gehen können, das weiß ich. Aus Mr. David wurde dann im Laufe der Zeit ein richtig guter Bekannter. Ich hab ihm ab und zu mal etwas geholfen denn ich hatte zwischendurch ja Zeit, denn ich durfte ja nicht so schnell arbeiten...also hab ich hier und da mal etwas Korrespondenz übernommen, etwas übersetzt, oder mal eine Excel Tabelle für ihn mit einem Diagram ergänzt. dafür hat er mir nach jedem Wochenende wo er "heeeme" gefahren ist, was aus dem Osten mitgebracht... ich finde solche Kleinigkeiten machen den Unterschied. Ich versuche mir immer selbst ein Bild von den Menschen zu machen, denn was mir jemand über eine andere Person erzählt, ist stest nur der subjektive Eindruck dritter, damit kann ich nichts anfangen. Allein schon, weil ich weiß, was wohl so man einer meiner Mitmenschen über mich berichten würde. aber, ich habe dieses Prinzip nur bei jenen versucht, die in meiner unmittelbaren umgebung gearbeitet haben, bei Mitarbeitern die mir fremd waren, oder wenn das Haus mal wieder voller Leute aus allen bereichen und aus aller Welt war, habe ich mich stets zurück gehalten und weder über abteilungsinterne noch über persönliche Dinge gesprochen. Sachliche Fragen musste ich natürlich beantworten, aber bei allem anderen kam von mir nur ein Satz: z.b. "Guten Tag Frau Tiffany, ich habe gehört sie sind hier Praktikantin, was haben sie denn bis jetzt alles gelernt?"----Ich: "Ich möchte nicht unhöflich sein, aber ich bin nicht befugt über solche Themen Auskunft zu geben." und zack war mein Gegenüber völlig aus dem Konzept gebracht und im Hintergrund fielen die Kollegen vor Lachen vom Bürostuhl... darum also die Aussage von Herrn S bezüglich des Lachens seiner Mitarbeiter- ich habe etwas Leichtigkeit in diese staubige Welt zurück gebracht. Ohne das ich mich anbiedern musste, oder eine Schleimspur hinterlassen hätte. Ich bin wie ich bin und vor allem, hatte ich dort durch den Praktikanten Status natürlich einen ganz anderen Standpunkt. Das hat es mir leicht gemacht, etwas aus dem Rahmen zu fallen. Da mich dort aber jetzt jeder so kennt, wird es auch in Zukunft dann wohl nicht besonders schwer sein, mir einen Teil dieser Andersartigkeit zu bewahren. Ich bin authentisch, und zum Glück gehöre ich nicht zur Fraktion- Pausenclown kompensiert mangelnde Arbeitsmoral mit dummen Witzen (solche gibt es auch überall) sondern eher zur Fraktion- ok, die ist schon etwas anders, auch gewöhnungsbedürftig, aber die weiß worauf es ankommt. Ich kompensiere also eher meine außergewöhnliche Auffassungsgabe, Intelligenz und Schnelligkeit mit einer gewissen bekloppten-persönlichen Note. Und ich glaube, genau darum wurde ich in den Kreis der DINOS aufgenommen, ohne vom "großen blauen E" assimiliert zu werden... denn, eine dieser (ich habe sie immer liebevoll "the strangers from over the ocean" genannt oder the smoking-zombies ) könnte ich nie sein. Nur am lächeln, und irgendwie gruselig gehirngewaschen im Auftreten. Du redest mit jemandem und sofort merkst du AHA, DAS LICHT IST ZWAR AN; ABER ES IST KEINER ZU HAUSE....you know what I mean...? Der Job dort wäre wirklich der Jackpot, direkt Sachbearbeiterin...aber meine Seele kann und will ich dafür nicht verkaufen. Ich kann meine Arbeitskraft verkaufen, teile meines Gehirns quasi zur Verfügung stellen, aber Tiffy ist nicht käuflich...und diese Zombie Körperfresser werden es versuchen, das weiß ich. Denn, wer sich einmal in meinem Glanze sonnen durfte, wird dieses Gefühl nie vergessen und stest danach suchen, aber nirgendwo sonst finden. Ich kann nichts dafür, aber es ist wie es ist. ANGEBOT und NACHFRAGE....komm, wir spielen Monopoly!!!

1 Kommentar 26.8.16 03:05, kommentieren

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